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"Liebe auf den ersten Ton"

 

 

Paderborn. Locker schnacken – wobei geht das besser als bei einem Kaffee. Mit der Hand an der Tasse hat NW-Mitarbeiter Dietmar Gröbing die Pianistin Jutta Rieping getroffen. (...)

 

Frau Rieping, wie sind sie zum Klavier gekommen?

Jutta Rieping: Das war in Paderborn. Das allererste Mal habe ich es aus einem offenen Fenster  der Musikschule am Haxthausenhof gehört. Die Klänge, die haben mich mitten ins Herz getroffen. Das war Liebe auf das erste Hören und wir sind uns nun schon drei Jahrzehnte treu.

 

Hat die Faszination zwischenzeitlich mal nachgelassen?

Jutta Rieping: Nein, die Intensität ist geblieben und hat etwas von einer Liebesaffäre.  Der Kontakt mit dem Instrument ist ein sehr emotionaler, kommunikativer und Ausdruck meiner Lebenswelt.

 

Sie haben eine sehr individuelle Programmgestaltung. Wie sieht da Ihr musikalischer Arbeitsbereich aus?

Jutta Rieping: In der Musik gibt es viele Schubladen: Alte-Musik-Bewegung, Klassik, Jazz, Avantgarde. Das ist sehr nützlich, denn beim Sortieren setzt man auf das Element des Wiedererkennens. Ich arbeite sozusagen mit offenen Schubladen. In meinen Programmen trifft ganz Unterschiedliches aufeinander und das ergibt ein musikalisches Spannungsfeld. In diesem Spannungsfeld findet meine musikalische Arbeit statt. Unterscheidungen zwischen E- und U-Musik finde ich daher problematisch. Diese Sektionen hat die GEMA erfunden, nicht wir Musiker. In diesem Zusammenhang fällt oft der Begriff „Crossover“, den ich ebenfalls schwierig finde.

 

Was stört Sie daran?

Jutta Rieping: Der Begriff ist total überanstrengt. Was soll „Crossover“ eigentlich bedeuten? Das kann alles Mögliche sein: Etwas Verwurschteln, Vereinen, Erneuern, Tradiertes zu Kreuze tragen, Kreuz und quer.  Gibt es die „reine“ Musik überhaupt?

 

Sind Ihnen als Pianistin Ihre Hände eigentlich besonders wichtig?

Jutta Rieping: Beim Spielen habe ich weniger das Gefühl, dass ich besonders meine Hände benutze. Es fühlt sich eher wie eine Zirkulation an. Es geht etwas aus dem Körper hinaus und gleichzeitig kommt etwas zurück. Natürlich sind die Hände wichtig, aber nicht wichtiger als der Rest.

 

Haben Sie ein Credo?

Jutta Rieping: Zum Fliegen brauche ich nur einen Flügel

                                                                                                                                                                                                                                                                             3./4. Mai 2014 | Neue Westfälische